Gespräch mit Rudolf Henke, MdB, Vorstandsmitglied Bundesärztekammer, Stellv. Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestags

„Ist Gesundheit denn wirklich eine Motivation zum Sporttreiben?“ Rudolf Henke, einer der wichtigsten deutschen Gesundheitspolitiker, wählte einen provokanten Einstieg in unser Gespräch. Doch wir sind einig: „Die Prävention von Sportverletzungen ist besser als deren Behandlung.“ Aber wie kann das umgesetzt werden? Natürlich bietet das in 2015 beschlossene Präventionsgesetz mit seinen „Bundesrahmenempfehlungen“ und seinen „Landesrahmenvereinbarungen“ eine Basis. Doch die Umsetzung der mehr auf Krankheitsvermeidung als auf Unfallvermeidung ausgerichteten Aktivitäten gelingt offenbar noch nicht optimal. Denn auch jetzt schon stehen den Krankenversicherungen pro Versichertem allein zwei Euro für Präventionsmaßnahmen in sog. „nichtbetrieblichen Lebenswelten“ zur Verfügung. Hier sind eigentlich schon jetzt Projekte zur Sportunfallprävention umsetzbar und förderfähig für Krankenkassen. Denkbar ist auch, dass als Resultat der für 2019/2020 geplanten Evaluierung und Novellierung des Präventionsgesetzes weitere Mittel für sinnvolle präventive Maßnahmen zur Verfügung stehen könnten. Auch für die Krankenkassen sollte gelten: Verletzungsprävention lohnt sich.

Großes Interesse hatte Henke am unserer Vorstellung des Schweizer Modells: In unserem Nachbarland stehen pro Bürger/in pro Jahr etwa zwei Schweizer Franken (entspricht etwa 1,70 Euro) allein für Sportunfallprävention zur Verfügung. In Deutschland sind das nicht einmal zehn Prozent dieser Summe.

Genug Handlungsbedarf also. Unser großer Dank gilt Rudolf Henke für das Gespräch und seine Zusage, unseren Stiftungsthemen in der Gesundheitspolitik mehr Gehör zu verschaffen.