Glossar

Vertiefende Informationen rund um den Schneesport

AKTIONEN (auch Bewegungen) – Kanten, Drehen & Körperschwerpunktverlagerungen: Das sind die grundlegenden Aktionen bzw. Bewegungen beim Ski- und Snowboardfahren mit dem Ziel, den Schneewiderstand zu regulieren. Kant- und Drehaktionen treten meist in Kombination auf, außer bei einer komplett geschnittenen Kurve. Körperschwerpunktverlagerungen können vor/zurück, hoch/tief
bzw. nach innen/außen erfolgen.

ANPRESSDRUCK der Skibindung – ergibt sich aus der Vorspannung der Skibindung, welche durch die Sohlenlänge des Skischuhs bestimmt wird. Ein zu geringer Anpressdruck kann, trotz korrekt eingestelltem Z-Wert, zu Fehlauslösungen führen. Bei zu hohem Anpressdruck löst die Bindung später als eingestellt aus.

BEWEGUNGSSPIELRÄUME passen die Aktionen/Bewegungen an die Situation bzw. entsprechend der Zielsetzung des Sportlers an. Die Anpassungen erfolgen in Bezug auf das Timing (Zeitpunkt der Aktion im Verhältnis zum Kurvenverlauf), den Umfang (Ausmaß der Bewegung), die Richtung sowie die Intensität (Geschwindigkeit und Kraft der Bewegung).

DAMPFDURCHLÄSSIGKEIT wird meist in „MVTR“ (Moisture Vapour Transmission Rate) angegeben. Sie ist ein Maß für die Feuchtigkeitsmenge, die in 24 Stunden durch einen Quadratmeter Gewebe durchkommt. Dieser Wert ist wesentlich vom Temperaturgefälle (vom Körper nach außen) abhängig. Da es keine einheitliche Norm gibt, können die Angaben verschiedener Hersteller nicht verglichen werden. Auch wenn prinzipiell (physikalisch) eine hohe Wasserdichtigkeit einer großen Wasserdampfdurchlässigkeit widerspricht, gibt es heute einige (jedoch meist noch sehr teure) Laminate, die ein sehr gutes Verhältnis von „Dichtigkeit und Durchlässigkeit“ erreichen.

DAUNEN als Füllung in Textilien weisen ein sehr günstiges Gewichts-/Isolationsverhältnis auf (bei gleichen Isolationswerten die Hälfte des Gewichtes von Kunstfasern). Allerdings fallen Daunen in feuchtem Zustand zusammen und wärmen dann nicht mehr so gut. Daher sollte man bei schweißtreibenden Sportarten Fleece als Isolationsschicht bevorzugen.

EUROPÄISCHE LAWINENGEFAHRENSKALA – Die fünfstufige Gefahrenskala ist die Grundlage der Lawinenlageberichte in den europäischen Alpenregionen. Neben der Beschreibung der Schneedeckenstabilität sowie der Lawinen-Auslösewahrscheinlichkeit werden auch Hinweise für das Verhalten von Schneesportlern außerhalb gesicherter Pisten gegeben. Ab Gefahrenstufe 3 sollte ein unerfahrener Schneesportler unbedingt auf den gesicherten Pisten bleiben. Ab Gefahrenstufe 4 sollte kein Schneesportler die gesicherten Pisten verlassen. Die Lawinengefahrenskala ist nur ein grobes Instrument der Gefahreneinschätzung und muss gegebenenfalls regional angepasst und mithilfe von detaillierten Verfahren zum Risikomanagement konkretisiert werden.

FILTERKATEGORIEN definieren die Lichtdurchlässigkeit (Transmission) bzw. den Absorptionsgrad eines Filters. Achten Sie bei der Auswahl immer auf ausreichenden Blendschutz (in Abhängigkeit von den jeweiligen Umweltbedingungen).

0: farblos oder leicht getönt (Lichtdurchlässigkeit 100 % bis 80 %)
1: leicht getönt (Lichtdurchlässigkeit < 80 % bis 43 %)
2: mittelstark getönt (Lichtdurchlässigkeit < 43 % bis 18 %)
3: dunkel getönt (Lichtdurchlässigkeit < 18 % bis 8 %; bietet guten Schutz
vor Blendung bei hellen Lichtbedingungen)
4: sehr dunkel getönt (Lichtdurchlässigkeit < 8 % bis 3 %; z. B. im Hochgebirge und auf dem Gletscher; Achtung: bei normalen Sonnenbrillen ist Filterkategorie 4 zu dunkel für den Straßenverkehr)

FILTERTYPEN (in Schneebrillen) – Man unterscheidet Graufilter, Blauabschwächer („Blueattenuator“) und Blaublocker („Blueblocker“). Durch Graufilter (Sonnenbrillenfilter) werden alle Spektralfarben gleichmäßig abgedunkelt (geringe Transmission über alle Wellenlängen). Hauptfunktion ist hier der Schutz vor Blendung bei großer Helligkeit. Blaublocker filtern den Blaulichtanteil ganz heraus und heben Grün, Gelb und Rot hervor. Sie verstärken die Kontraste, wirken aber farbverfälschend und können das periphere Sehen beeinträchtigen. Blauabschwächer sind für den Schneesport optimal. Sie lassen vergleichsweise wenig Blau, dafür aber mehr Grün, Gelb und Rot hindurch. Sie heben die warmen Farben hervor und verstärken das Kontrastempfinden.

FLEECE besteht überwiegend aus Polyester (PES) und hat die Eigenschaft, schnell zu trocknen und auch in feuchtem Zustand zu wärmen. Kommt als Isolationsschicht zum Einsatz.

FLEX – Beugewiderstand des Skischuhs nach vorne. Je höher die Flexzahl, desto härter ist der Skischuh. Die Flexzahlen sind nicht genormt. Daher ist ein herstellerübergreifender Vergleich kaum möglich. Je sportlicher die Fahrweise und je schwerer der Skifahrer ist, desto härter sollte der Skischuh (höherer Flex-Wert) sein. Der Beugewiderstand wird darüber hinaus erheblich von der Temperatur beeinflusst (je kälter, desto härter). eine „grobe Orientierung“ für den durchschnittlichen Freizeitskifahrer bietet die Formel: Flexzahl = Körpergewicht x 1,4.

HARDSHELL – Bezeichnung für sehr robuste (und meist extrem wetterfeste) Funktionstextilien, die als „äußere Schicht“ getragen werden. Häufig werden sie in Form eines Schichtsystems (Laminat) mit einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Membran punktuell oder flächig verklebt (zwei oder drei Lagen). Es werden überwiegend Polyester (meist sehr leicht und weich) oder Polyamide (Handelsname: Nylon; eher steif, aber deutlich abriebfester) verwendet.

KUNSTFASERN speichern (je nach Material) nur ca. 4 % des Eigengewichtes an Feuchtigkeit und sind daher als unterste Schicht (Funktionsunterwäsche) geeignet, da sie die Feuchtigkeit vom Körper nach außen weiterleiten. Dazu gehören Polyester (PES), Polyamid (PA), Polypropylen (PP) und Elastan (EL).

LAMINATE (siehe auch Membran) – feste Verbindung von mindestens zwei Stoffen. Bei Schneesportbekleidung ist es die Verbindung von Oberstoff und Membran (zweilagig), oder Oberstoff, Membran und Innenstoff (dreilagig).

LEISTENBREITE (leisten, leistenweite) – breiteste Stelle des Vorfußes in Millimetern in Bezug auf eine Referenz-Schuhgröße. Die meisten Hersteller bieten Modelle mit unterschiedlichen Leistenbreiten an. Die Angaben der Leistenbreiten können je nach leistenform des Herstellers unterschiedlich sein. Fazit: Schuhe unterschiedlicher Hersteller anprobieren!

MEMBRAN – sehr dünnes, leichtes Material, welches Wasser und Wind abhält, aber dennoch einen Feuchtigkeitstransport von innen nach außen ermöglicht (Wasserdampf).

MERINO-WOLLE ist für Funktionsunterwäsche geeignet (meist als Mischgewebe mit Kunstfasern); sie nimmt, im Gegensatz zur Baumwolle, nur 30 % des Eigengewichtes an Feuchtigkeit auf (Kunstfasern ca. 4 %) und ist auch dann noch in der Lage, den Körper zu wärmen. Merino-Wolle ist besonders hautverträglich, kratzt nicht und wirkt antibakteriell (hemmt Schweißgeruch).
§ 323C STGB – Nach dem Paragrafen zur unterlassenen Hilfeleistung besteht bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not die Verpflichtung, Hilfe zu leisten, soweit dies erforderlich und den Umständen nach zuzumuten ist. Insbesondere trifft der letzte Punkt auf Umstände zu, bei denen keine erheblichen Gefahren für die Person des Hilfeleistenden oder die Verletzung anderer wichtiger Pflichten zu erwarten sind.

ROCKER-TECHNOLOGIE – veränderte Aufbiegung von Skiern und Snowboards an der Schaufel (Tip/Nose) und/oder am Ende (Tail). Man unterscheidet grundsätzlich nachstehende Biegelinien:

  • Camber
  • Full-Rocker bzw. V-Rocker
  • Tip-Tail-Rocker bzw. Doppelrocker
  • S-Rocker bzw. Tip-Rocker
  • Flatrocker (v. a. Snowboard)

Wichtig sind die Abstimmung der Biegelinie auf den Einsatzbereich sowie die weiteren Konstruktionsmerkmale von Ski bzw. Snowboards. Daher ist die Beratung durch einen Fachmann hilfreich, da die oben genannten Bezeichnungen leider nicht einheitlich gebraucht werden.

SANDWICH-BAUWEISE – dabei werden die einzelnen Schichten (Gurte) des Ski/Snowboards unter Druck miteinander verklebt. Der Kern besteht bei hochwertigen Sandwich-Konstruktionen in der Regel aus Holz (mehrfach verleimt; unterschiedliche Holzarten). Die Kombination aus unterschiedlichen Materialien (Holz, Metall, Kunststoff, Gummi) verleiht dem Ski/Snowboard seine spezielle Leistung (Performance) und eine lange Haltbarkeit. Ein Sandwich-Ski/-Snowboard ist aber auch recht teuer, da das Herstellungsverfahren sehr aufwändig ist.

SOFTSHELL – stark feuchtigkeitsabweisende, hoch atmungsaktive und meist leicht elastische Materialien. Sie haben auch eine mehr oder weniger dicke Isolationsschicht.

SKIKATEGORIEN (auch Snowboardkategorien) – Anhand vergleichbarer Konstruktionsmerkmale (Breite in der Skimitte, Taillierung, Bauweise, Biegelinie bzw. Rocker) werden Ski für unterschiedliche Zielgruppen und Einsatzbereiche zusammengefasst. Es gibt kein einheitliches Kategoriensystem bei den Herstellern und den Skitests (siehe z. B. Skitests unter www.ski-online.de).

WASSERDICHT (Wassersäule) – Zur Bestimmung der Wasserdichtigkeit bei Funktionsbekleidung (und Zelten) wird die Außenseite des Materials dem Wasserdruck auf einer standardisierten Fläche ausgesetzt. In festgelegten Schritten wird die Höhe der Wassersäule ermittelt, bei welcher der dritte Tropfen auf der Innenseite des Materials zu sehen ist (ISO 811). Schon ab einer Wassersäule von 800 mm können Bekleidungsstücke als wasserdicht bezeichnet werden (Norm EN 343:2003). Wir schließen uns der Empfehlung der eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) an, die Bekleidung ab einer Wassersäule von 4.000 mm als wasserdicht klassifiziert. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Die hochwertigsten Membranen erreichen Wassersäulen von 28.000 mm. Dies entspricht einem Druck von 2,8 bar! Folgenden Belastungen muss Bekleidung „standhalten“:

  • leichter Regen (1 liter/Stunde): 300 mm
  • Schwerer Regen: 4.000-11.000 mm
  • Regen und Sturm: 20.000 mm
  • Sitzen oder Knien im Schnee: 8.000 mm

Z-WERT ist der Auslösewert für Skibindungen. Er wird gemäß der ISO-Norm 11087/88 hauptsächlich aus den Parametern Körpergewicht (Gewichtsmethode) oder Schienbeinkopf-Durchmesser (Tibiamethode) ermittelt und je nach Methode entsprechend dem Skifahrertyp, dem Alter, der Körpergröße und der Skischuh-Sohlenlänge angepasst.